Kroatien – Die Legende von den Hähnen (Đurđevac)

Posted on 4. February 2012

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Dies ist eine Legende aus der Zeit der türkischen Angriffe auf die Festung von Djurđevac. Als Ulama Beg auf unerwarteten Widerstand stieß und es nicht schaffte, die Verteidiger von Djurđevac mit militärischen Mitteln zu bezwingen, entschied er sich für eine langfristige Belagerung mit dem Ziel, das Heer und die Bevölkerung, die in der Burg Zuflucht gesucht hatte, auszuhungern. Und vielleicht hätte er damit auch Erfolg gehabt, aber die Weisheit und List der Djurđevacer vereitelten seine Absichten. Wie? Die Legende besagt, dass in der belagerten Festung das Essen knapp wurde und das Heer und das Volk allmählich zu hungern begannen, bis nur noch ein einziger kleiner Hahn übrig war (im Djurđevacer Dialekt nannte man ihn pevčec, picek oder picok), der als einzig verbliebener „Happen” die Menschen leider nicht satt machen konnte. Die ausweglose Situation zwang die Eingeschlossenen, verschiedene Rettungsmöglichkeiten zu durchdenken. Da schlug eine alte Frau dem Kommandanten der Festung vor, diesen einzigen verbliebenen Hahn in eine Kanone zu stecken und in das türkische Lager zu schießen, was man auch tat. Daraufhin dachte Ulama Beg, dass es in der Festung noch so viele Lebensmittel gäbe, dass die in der Stadt damit noch herumwerfen und ihn verspotten konnten, gab die Belagerung auf und verließ das Schlachtfeld. Als eine Art Fluch nannte Ulama Beg die Djurđevacer von da an „Picoki” („Hähne”). Und damit endet auch dieses Bühnenschauspiel: „Und ihr da, ihr gefiederten Helden, die ihr eure Schlachten mit Hähnen schlagt, ihr sollt für immer den Namen PICOKI tragen! PICOKI sollen euch die Kinder nennen, und auch eure Enkel werden PICOKI bleiben!” Die Legende erzählt von dem Mut und der Findigkeit der Djurđevacer, die stolz sind auf ihre Geschichte, ihren Spitznamen und ihren Hahn, der heute in der Heraldik dieser Region das häufigste Symbol darstellt.

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